Triathlon Zwei – Ausrüstung

Schwimmen

Die Auftaktdisziplin beim Triathlon ist wenig materialintensiv, mal abgesehen vom Neoprenanzug ist Schwimmen im Hinblick auf die reinen Materialkosten eine der preiswertesten Sportarten überhaupt. Alles, was du für dein Training benötigst, ist: 

Badehose oder Badeanzug:
Es ist völlig egal, welche Marke du trägst. Durch das Chlor im Schwimmbecken werden sowohl die teuren als auch die billigen Sachen angegriffen und deren Lebensdauer verringert sich dementsprechend. Dies ist auch der Grund, warum Schwimmer manchmal mehrere Badehosen tragen. Aus zwei durchsichtigen alten Hosen werden wieder undurchsichtige, wenn man sie alle beide anzieht. Nur in Badeshorts, wie sie die Surfer tragen, solltest du nicht schwimmen, da diese eine erhebliche Bremswirkung im Wasser besitzen. Es sei denn, du möchtest eine Krafttrainingseinheit absolvieren. 

Schwimmbrille:
Die wichtigsten Kriterien hier sind, dass die Brille gut passt und du dich damit wohlfühlst und dass sie nicht beschlägt. Ob das für dich eine Schwimmbrille vom Discounter oder ein teures Modell erfüllt, ist reine Geschmacks- und manchmal auch Glückssache. 

Schwimmbrillen-koyawa

Badekappe:
Die wird dir fast bei jedem Wettkampf in die Startertüte gesteckt und dafür musst du selten Geld ausgeben. Angenehmer zu tragen sind übrigens die Badekappen aus Silikon. 

Trainingsutensilien:
Für das Schwimmtraining gibt es viel Spielzeug auf dem Markt, nützlich für Anfänger sind ein Pullbouy und Flossen. 

Neoprenanzug:
Bevor du dich für ein Modell entscheidest, solltest du es unbedingt im Wasser testen. Schwimm mit jedem Modell und vergleiche die Zeiten. Auch wenn sich ein Modell superbequem anfühlt, muss es nicht unbedingt schneller sein als die anderen. Solltest du bei der Größenauswahl unsicher sein, dann greife lieber zu dem etwas weiteren Modell, denn dann hast du mehr Neopren und ergo mehr Auftrieb, solange im Anzug kein Wasser hin- und herschwappt.

Radfahren

Die mit Abstand materialintensivste Disziplin im Triathlon ist das Radfahren. Nirgends kann ein Athlet so viel Geld ausgeben wie bei Rädern und den zugehörigen Utensilien. Grundsätzlich ist zu sagen, dass du erheblich günstiger davonkommst, wenn du deine Kenntnisse vom Material, der Technik und dem Reparieren erweiterst. Du wirst begeistert sein, wieviel Schäden und Defekte du an deinem Rad selbst reparieren oder einstellen kannst. Das dazugehörige Werkzeug ist zwar teuer, langfristig macht es sich aber vielfach bezahlt. Außerdem ergibt sich so auch eine ungeheure Zeitersparnis, da du nicht immer zum Händler gehen und eine Woche auf die Reparatur warten musst. Folgende Faktoren gibt es beim Fahrradkauf zu berücksichtigen. 

Rahmen:
Der Einfluss des Rahmens auf die Aerodynamik ist verschwindend gering. Es gibt andere Komponenten am Rad, die in dieser Hinsicht eine viel größere Rolle spielen. Wichtiger ist die Steifigkeit des Rahmens, speziell bei größeren und schwereren Athleten über 80 kg oder solchen, die lieber die dicken Gänge drücken. Für flache und lange Strecken, auf denen Aerodynamik eine größere Rolle spielt, bietet sich die steilere Triathlon-Sitzposition an. Damit rutschst du weiter nach vorn. Gleichzeitig gelangst du vorn auf dem Aufsatz weiter nach unten und damit aus dem Wind.

Im folgenden Video geht es im ersten Teilabschnitt um das Schwimmen und die Radausrüstung.

Triathlon-Aufsatz:
Mit diesem verhältnismäßig günstigen Zusatz für dein Rad, hast du die größten aerodynamischen Vorteile. Welchen Aufsatz du bevorzugst, ist egal. Beachte nur die Unterschiede bei geraden Aufsätzen und bei denen, die leicht nach oben gebogen sind. Mit nur einem Aufsatz kannst du dein Rennrad schon sehr kostengünstig in ein Triathlon-Rad umrüsten. 

Laufräder:
Diese bringen dir neben den Aufsätzen ebenfalls einen großen Vorteil im Kampf gegen den Wind. Bedenke  aber, wieviel eine 40-sekündige Zeitersparnis (auf der Kurzdistanz, gegenüber Trainingsrädern) kostet, wenn du es auf die einzelne Sekunde herunterbrichst. Bei Rennen mit starkem Wind solltest du wegen Seitenwind oder seitlichen Böen darauf achten, dass du nicht gerade eine Scheibe oder extreme Hochprofilfelgen benutzt, speziell wenn du eher leichter und weniger kräftig bist. Aerodynamisch ist das Vorderrad wichtiger als das Hinterrad. 

Schaltgruppe: Auf deinem Trainingsrad kannst du hierbei richtig Geld sparen, wenn du nicht unbedingt die Top-Gruppe installieren lässt. Normalerweise ist eine Shimano 105er oder das Pendant der übrigen Hersteller völlig ausreichend. Den Gewichtsvorteil bei den teureren Schaltgruppen solltest du höchstens auf deinem Wettkampfrad nutzen.

Helm: Die drittgrößte Zeitersparnis nach dem Auflieger und den Laufrädern findest du hier. Um den aerodynamischen Vorteil eines Helms voll auszuspielen zu können, solltest du aber versuchen, deinen Kopf immer nach vorn zu richten und nicht die Hälfte des Rennens nach unten auf deine  Uhr oder den Straßenbelag zu schauen. Beachte, dass du bei Helmen mit eingebautem Visier nach einer Weile extrem schwitzt. Bei Hitzerennen solltest du aufgrund der besseren Belüftung normale Radhelme vorziehen. 

Bekleidung:
Achte hier nur darauf, dass du möglichst enganliegende Sachen trägst.

Im zweiten Teil diskutiere ich weiter über Triathlon-Ausrüstung mit Rüdi Müller und danach geht es um die Ausrüstung für das Laufen. 

Laufen

Im Vergleich zum Radfahren ist Laufen ebenfalls ein günstiger Sport. Alles, was du benötigst, ist: 

Laufschuhe:
Wenn du öfter in der Woche läufst, dann solltest du zumindest zwei Paar Schuhe nutzen, damit deine Füße sich nicht an eine einseitige Belastung gewöhnen. Halte einfach am Saisonende nach Auslaufmodellen Ausschau, diese werden dann günstiger angeboten und der einzige Unterschied zum neuen Nachfolgemodell ist meist die Farbgebung und das Design. Welche Marke du wählst, ist nicht ausschlaggebend und reine Geschmackssache. Achte nur darauf, dass einige Hersteller eher bekannt sind für eine schmale und andere für eine breite Passform. 

Lauf- und Trainingsbekleidung:
Die Wahl der Laufbekleidung ist wiederum reine Geschmackssache und spielt beim Laufen selbst im Winter keine Rolle. Funktionsshirts bekommst du bei Wettkämpfen in rauen Mengen und zum Darunterziehen eignen sich diese immer.

Praktische Hinweise

Schwimmen

Um Schwimmbrillen schnell beschlagfrei zu machen, kannst du sie mit einem winzigen Tropfen Shampoo putzen und dann mit klarem Wasser auswaschen. Das ist eine kostengünstige Methode, die für den einmaligen Einsatz reicht.

Radfahren

So stellst du (auch) deine Sattelhöhe ein:  Der Sattel sollte waagerecht eingestellt sein. Wenn du die Fersen auf die Pedale stellst und rückwärts trittst, darf dein Gesäß und der untere Rücken sich nicht hin- und herbewegen. Stelle den Sattel so hoch, bis das Becken beginnt, leicht zu wackeln. Gehe danach ein paar Millimeter nach unten, bis du wieder absolut gerade sitzt. Jetzt dürftest du deine perfekte Sitzhöhe eingestellt haben.

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Laufen

Tipps für den Kauf von Laufschuhen:

  • Lass dich von Fachleuten beraten.
  • Probiere Modelle von verschiedenen Herstellern.
  • Laufe alle Schuhe im Geschäft zur Probe.
  • Am wichtigsten ist die richtige Passform und die Größe. Die Ferse sitzt fest, zwischen Schuh und großem Zeh sollte etwa einen Finger breit Platz bleiben.
  • Entscheide dich nach Gefühl. Der teuerste Schuh ist nicht immer der beste. 

Minimum Triathlon Ausrüstung

  • Badeanzug + Schwimmbrille

  • Oft ist auch eine Badekappe Pflicht

  • Oberkörperbekleidung für Radfahren und Laufen

  • Ein verkehrssicheres Fahrrad

  • Helm

  • Hosengummi + Sicherheitsnadeln oder ein Startnummer-Band

  • Laufschuhe ODER sowohl Rad- und Laufschuhe

  • Fahrrad Trinkflasche